Die neue JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) erkennt eine Rückkehr der Privatsphäre bei den Jugendlichen in Deutschland. Die Bereitschaft persönliche Daten im Internet zu verbreiten ist gegenüber der Untersuchung im Jahr 2009 erstmals rückläufig. Zudem verwenden immer mehr Jugendliche die Privatsphäreoptionen von Sozialen Netzwerken.
„Datenschutz ist auch ein Thema für Jugendliche.“ so Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation bei der Präsentation der Studie. „Nur wenn man bewusst mit seinen persönlichen Daten umgeht, kann man die Chancen der Netzwerke für sich optimal nutzen und ist vor bösen Überraschungen sicher.“
Jugendliche verbringen laut der aktuellen Studie durchschnittlich etwas mehr als zwei Stunden am Tag im Internet, überwiegend nutzen sie diese Zeit zur Kommunikation in sozialen Netzwerken und Instant Messenger. Jeder Zweite zwischen 12 und 19 Jahren loggt sich täglich in seinem Sozialen Netzwerk ein, die meisten von ihnen sogar mehrmals täglich. Der Austausch über Bilder, Einträge, Kommentare und Statusmeldungen über Soziale Netzwerke ist somit die am häufigsten verwendete Kommunikationsform im Internet.
Ein weitere Erkenntnis der Studie der Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: Jugendliche sind sich den Gefahren im Internet durchaus bewusst. Während allerdings in der öffentlichen Wahrnehmung mehr sexuelle Belästigen von Kindern und Jugendlichen in der Diskussion stehen, sind aus Sicht der Jugendlichen eher Abzocke sowie Datenmissbrauch und -manipulation das Problem. Auch Cybermobbing wird von Jugendlichen als Gefahr wahrgenommen. Immerhin kann jeder vierte Jugendliche berichten, dass in seinem Freundeskreis schon einmal jemand im Internet fertig gemacht wurde.
Das neue Bewusstsein der Jugendlichen für den Datenschutz wird besonders deutlich, wenn untersucht wird, welche Daten in den Profilen angegeben werden: Informationen zu Hobbys, Musikgeschmack und ähnlichem geben nur noch 76 Prozent der Jugendlichen an, im Vorjahr waren dies noch 83 Prozent. Auch werden von den Jugendlichen weniger Filme und Fotos veröffentlicht: 64 Prozent laden eigenes Material hoch (2009: 69 Prozent), Fotos und Filme von Freunden oder Familie werden nicht mehr von 51 sondern nur noch von 41 Prozent ins Netz gestellt.
Viel vorsichtiger sind die Jugendlichen bei der Angabe direkter Kontaktmöglichkeiten geworden: Ihre Instant-Messenger-Kennung geben nur noch 26 Prozent an, fast ein Drittel weniger als bei der letzten JIM-Studie 2009.
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