Von Timo am 22. Februar 2010 um 16:59
Die Berline Staatsanwaltschaft hat nach Informationen von Meedia die Ermittlungen gegen vier Mitarbeiter von VZnet im Zusammenhang mit dem Suizid von Matthias L. bereits im Dezember einstellt. Matthias L. hatte im vergangenen Mai die Daten von über einer Millionen schülerVZ-Nutzer eingesammelt und im Oktober versucht, VZnet mit diesen Daten zu erpressen. Nach seiner Verhaftung im Büro von VZnet erhängte er sich in der Untersuchungshaft.
Wenige Tage später zeigte sein Anwalt Ulrich Dost vier Mitarbeiter von VZnet wegen angeblichen Falschaussage unter Eid an, woraufhin der Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm. Dost versuchte mit einem Chatprotokoll zu beweisen, dass rin VZnet Mitarbeiter Geld angeboten habe und nicht Matthias L. Geld von VZnet forderte. VZnet sagte hingegen, man habe nie ein finanzielles Angebot gemacht, was die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte und daher das Verfahren gegen den Betroffenen Mitarbeiter von VZnet eingestellte.
Eine weitere Anzeige wegen falscher Verdächtigung wieder besserem Wissens wurde ebenfalls eingestellt. Die entscheidende Frage hier war, ob die VZnet Mitarbeiter den Unterschied zwischen “einsammeln von Daten” und “Diebstahl von Daten” kannten und wussten, ob das Handeln von Matthias L. rechtlich eine Straftat war oder nicht. Bei dieser Anzeige sieht die Staatsanwaltschaft jedoch “keinen hinreichenden Tatverdacht”.
Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft die Mitarbeiter von VZnet in diesem Fall entlastet, womit diese für VZnet äußerst negative Episode der Unternehmensgeschichte endet. Ob VZnet, die Medien oder die Berliner Justiz sich durch den Suizid von Matthias L. schuldig gemacht oder falsch gehandelt haben, wird sich nicht mehr Feststellen lassen und ist auch eher eine moralische als eine juristische Frage. Ob der Anwalt weiter gegen VZnet vorgehen will, ist zur Zeit noch nicht bekannt.
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Lukas Heblik
am 22. Februar 2010 @ 16:27
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Kommentare
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am 22. Februar 2010
Interessant. Was mich schon wieder wundert ist, dass damals alle Medien so berichtet haben, als hätten die VZ-Mitarbeiter wirklich Straftaten begangen. Das was dieser Anwalt da behauptet hat, wurde als Tatsache hingestellt. Jetzt kommt heraus, dass alles nur unhaltbare Beschuldigungen waren – und Spiegel & Co. schweigen natürlich. Hauptsache man kann VZ herumhacken, denn das eignet sich immer so hervorragend, um Sensationsstories zu verkaufen und fett Kasse zu machen!
am 24. Februar 2010
Das kam nicht erst jetzt heraus, sondern war längst hinreichend, auch schon kurz nach L.’s Suizid und den aufkommenden Vorwürfen, bekannt, dass eben jene Vorwürfe haltlos sind. Zumal auch L.’s sonstigen Aktivitäten in diesem Bereich ebenfalls bekannt waren und die Argumentation des Anwalts eher entkräftigten, statt zu unterstützen.