Von Felix am 23. Februar 2010 um 23:07
„Und das ist wirklich erst drei Jahre her?“, fragte mich mein Gesprächspartner, als ich mit der Bitte und den Fragen für ein kurzes Interview auf ihn zu kam. Tatsächlich, drei Jahre war es her, als er sich damals von einem Freund aus dem StudiVZ in dieses neugeborene Schüler Netzwerk einluden lies. Heute ist es kaum noch vorstellbar wie es damals ohne SchülerVZ einmal war.
Eine Geschichte zwischen Privatsphäre, Hype, Lebensmittelpunkt und der leisen Verabschiedung aus dem Leben 2.0. Nach drei Jahren wird klar, SchülerVZ ist nicht mehr das Maß aller Dinge. Heute nach drei Jahren orientiert man sich anderweitig. Im Jahre Zwei von SchülerVZ kam unter dem ganzen Hype um dieses Netzwerk einmal die Diskussion um die Realität auf. Mit Blick auf die Entwicklung kann man sagen. Es wandelt sich was sich zu wandeln hat. Denn mit dem Alltag, welcher für viele Nutzer dieser tägliche Einloggvorgang ist, kam auch die Realität wieder. Mehr und mehr Nutzer der ersten Stunde verabschieden sich, nicht nur mit ihrem Abitur, sondern auch ganz still und heimlich vollkommen aus den Verzeichnissen.
Drei Jahre war es her als auch ich als einer der ersten meiner Schule die ersten Einladungen verschickte. Dieses Netzwerk reizte doch schon, zu mal mir das StudiVZ schon bekannt war. Diese Übersichtlichkeit, die schnelle Kommunikation und der schnelle Überblick waren die positiven Aspekte SchülerVZs. Es ging darum möglichst viele Freunde hier zu vereinen. So lag es auch an den positiven Seiten dieser neuen Art von Kommunikation, dass SchülerVZ einen in den Bann des Interesses zog. SchülerVZ war ein perfektes Medium um gezielt auf etwas aufmerksam zu machen oder Kontakte zu knüpfen, so profitierte ich selber aus der Aktion „mehr möglich“, wobei diese Aktion ein wahres Schattenspiel des SchülerVZs war. Tatsächlich gehörte ich auch zu denen, die ein Päckchen voller Werbeutensilien direkt aus der Zentrale, im Postkasten hatten und noch heute Postits besitzen. In der Geschichte SchülerVZs gab es doch viele positive Aktionen, die vor allem gute Ansätze hatten. Heute ist das nicht mehr der Fall. SchülerVZ kann sich nur noch auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen, Neuerungen wie der Buschfunk floppten in der letzten Zeit immer häufiger. Einen Rückzieher wie bei der neuen Fotoanzeige, bei der man noch in letzter Sekunde die Reisleine zog, war ein zweites Mal wohl nicht mehr zu verkraften gewese
Nach einem halben Jahr voller Enthusiasmus der Mitarbeiter siegte dann mit dem Aufschwung der Kommerz über dieses ach so schöne SchülerVZ. Man hat sich immer auf dieses halbe Jahr berufen, welches die Nutzer der ersten Stunde erst anlockte, wobei diese dann im späteren Verlauf die Lockvögel waren und die Mitarbeiter nur noch die Verwalter darstellte
Gute Ideen wurden einfach nicht Perfektionisiert. So gab es die Idee der Schülerzeitung im SchülerVZ. Diese wurde für ein paar Zeitungen entwickelt, jedoch erstens nicht nachhaltig aufgebaut und zweitens einfach die Perspektive einer solchen Zeitung mit Monopolstellung verschlafen. Es wäre eine Markterrungenschaft gewesen, welche auch später Werbepotenzial geschaffen hätte. Ideen zu einem positiven Verlauf dieser Zeitung gab es zu häufe
Heute nach drei Jahren befindet man sich in einer Rezession, wo SchülerVZ doch schon im ersten halben Jahr alle Zukunftsperspektiven ausgesprochen wurden und das gesamte Jahr danach ein Aufschwung zu verzeichnen war. Der Einsatz der Mitarbeiter hätte im ersten halben Jahr wohl mit Mehreinstellungen ausgeglichen werden sollen, sodass Projekte weiter verfeinert hätten werden können und die Nähe zu den Nutzern, eine Stärke, ausgebaut werden können. In letzter Zeit ist diese Nähe nicht mehr zu spüren. Schade eigentlich, hier wurden viele Sympathiepunkte verspielt, die insbesondere bei den Eingesessenen gepunktet hätten. Alte Werte stechen heute nicht mehr und so muss man sich wohl Fragen, wie lange geht das mit den VZs noch gut? Inwieweit identifizieren sich Mitarbeiter und Freiwillige noch mit dem SchülerVZ? Was passiert wenn Facebook seine Marktherrschaft weiter ausbaut und den schwierigen Markt Deutschland ganz erobert. Sollte VZnet nicht langsam die Initiative ergreifen und einen Gegenpol hierzu darstellen? Es ist jedoch genau diese Initiative die SchülerVZ seit Monaten nunmehr fehlt. Für Holtzbrinck nehmen die VZs eine positive Entwicklung, da StudiVZ und Co. endlich Gewinne schreiben, doch zu hinterfragen ist, wie lange die VZs noch wirklich genug Gewinne abschmeißen. Noch redet man von positiven Verläufen und ist sich seiner Sache sicher, nachhaltig ist das SchülerVZ nicht mehr sondern wird nur künstlich am Leben erhalten. Das Herz schlägt nicht mehr im VZ.
Ein zweiter Teil mit einem Interview folgt voraussichtlich Morgen.
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Kommentare
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am 23. Februar 2010
Ich habe schülerVZ-Luftballons! Juhu! :D
am 23. Februar 2010
Wenn man sich das durchliest, könnte man glatt denken, die Welt gehe unter… :O
Übrigens finde ich nicht, dass die VZs so schnell ihr Bedeutung verlieren werden.
Ich persönlich und auch mein Umfeld/Freundeskreis sind viel Vertrauter mit schülerVZ als z.B. mit Facebook, welches mir viel zu “überladen” scheint.
am 24. Februar 2010
nach drei jahren wandern immer mehr freunde ab ins facebook.. “die größeren sind mehr da” (noch mehr als im studivz!).. kaum wer ist von den richtigen bekannten noch im schülervz unterwegs..
am 24. Februar 2010
@Jakob
Von wem bloß:D
am 24. Februar 2010
ich denke das problem liegt darin, dass die user aus dem schülervz, die weiterhin eine social community nutzen wollen nicht ins studivz/meinvz wechseln. genau an diesem punkt kommt konkurenz ins spiel. evtl liegt es auch an der veränderung, die der user haben will und nicht wieder das selbe, nur anders.
am 24. Februar 2010
Auffällig ist aber auch, dass Neuanmeldungen bei Facebook immer jünger werden.
am 25. Februar 2010
“Nach einem halben Jahr voller Enthusiasmus der Mitarbeiter siegte dann mit dem Aufschwung der Kommerz über dieses ach so schöne SchülerVZ”
Aha. Was soll das heißen? Werbung? Hier auf vzlog sehe ich auch Werbung.
“Was passiert wenn Facebook seine Marktherrschaft weiter ausbaut und den schwierigen Markt Deutschland ganz erobert. ”
Welcher Marktherrschaft? Vor einigen Tagen erst schrieb vz log von 7,2 Millionen Mitgliedern. Das ist weniger als die Hälfte der VZ Familie.
“Neuerungen wie der Buschfunk floppten in der letzten Zeit immer häufiger”
Was genau ist da jetzt gefloppt?
Der Text wirkt etwas diffus auf mich. Vielleicht ist der Autor auch einfach nicht mehr so jung wie vor 3 Jahren und damit hat die Identifikation mit einer Seite für Kinder etwas abgenommen.
am 3. März 2010
mal ehrlich: auch wenn die VZ vll einige fehler gemacht haben… ich bin auch bei facebook, aber sogut wie nie online. facebook ist, wie einige schon sagten, komplett überladen. viele meiner freunde sind nurnoch dort um in irgendwelchen sinnlosen browsergames wie Farmville oder Mafiawars zeit totzuschlagen. in den VZ kann man ohne probleme kommunizieren und auch sonst sind die VZ seiten unglaublich übersichtlich. das soll hier kein plädoyer werden, aber mal ehrlich: wer nutzt denn facebook für das, was es proklamiert, nämlich kommunikation? irgendwelche sinnlosen umfragen, kaum loggt man sich ein, kommen hundertausende nervende anfragen… -.-
in diesem sinne
einen schönen tag noch ;)