Anwalt: Kein Erpressungsversuch gegen SchülerVZ

Von Lukas am 3. November 2009 um 23:47

Nach dem Suizid vom Matthias L. weißt sein Anwalt Ulrich Dost sämtliche vorwürfe zurück. Es gebe Hinweise darauf, “dass eine Erpressung nicht versucht wurde”, teilte der Rechtsanwalt Ulrich Dost heute mit.

Der Anwalt sagt einer Presseagentur, seinem Mandant sei durch Mitarbeiter von VZnet Netzwerke Ltd. “ein unbeziffertes Zahlungsangebot gemacht worden”. In einem solchen Fall hätte die Zahlungsbereitschaft des Unternehmens vorgelegen, “die folglich nicht mit einer Drohung erzwungen werden musste”.

Dost behauptet, dass VZnet “ein Schweigegeld angeboten hat, um das Aufdecken von ‘Sicherheitslücken’ der Plattform in der Öffentlichkeit verhindern zu können”. Diese Behauptung ist jedoch nicht nachvollziehbar, da Matthias L. bereits vor dem Kontakt zu VZnet in seinem Blog über die Sicherheitslücke berichtete.

Der Vater von Matthias L. hatte bereits im Internet schwere Vorwürfe gegen die VZ-Gruppe erhoben, die in weiten Teilen den vom Anwalt vorgebrachten ähneln.

Markus Berger-de León, CEO von VZnet, teilte in Berlin mit, die Vorwürfe des Anwalts seien “ebenso unglaublich wie haltlos. Die Beurteilung und Handhabung des Falls lag und liegt aber bei den zuständigen Behörden.”

VZnet reagierte außerdem mit einer Meldung im Unternehmensblog auf die Vorwürfe:

Nach dem Selbstmord des u.a. wegen versuchter Erpressung gegen das Online-Netzwerk SchülerVZ in Untersuchungshaft sitzenden 20-Jährigen in Berlin, hat der Anwalt des Mannes – Rechtsanwalt Ulrich Dost – laut der Nachrichtenagentur ddp behauptet, es gebe Hinweise darauf, „dass eine Erpressung nicht versucht wurde“.

Die VZ-Netzwerke weisen diese Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Markus Berger-de León, CEO VZ-Netzwerke: „Die Vorwürfe des Anwalts Ulrich Dost sind ebenso unglaublich wie haltlos. Die Beurteilung und Handhabung des Falls lag und liegt aber bei den zuständigen Behörden.“

Gleichzeitig möchten wir unsere Bestürzung über diese Tragödie ausdrücken. Wir sprechen allen Angehörigen unser tiefstes Beileid aus.

Wir berichtete bereits mehrfach über diesen Fall:

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Kommentare
Kommentar von svztalker
am 4. November 2009

Wird der Prozess eigentlich trotzdem geführt? Nur um zu wissen wer “Recht” hat?

Kommentar von Illu
am 4. November 2009

Da ist vermutlich sogar was dran an der Behauptung des Anwalts.

Die ganze Geschichte, so wie sie momentan Publiziert wird, scheint mir mehr als Mysteriös.

Kommentar von David
am 5. November 2009

“Mysteriös” kann es einem nur erscheinen, der erst jetzt anfängt sich mit dem Thema zu beschäftigen – und nicht bereits von Anfang an die Sache mitverfolgt hat.
Zumal wichtige Dokumente, um Vermutungen zu belegen, in diesem Zusammenhang nicht mehr so ohne weiteres im Netz zu finden sind. Unabhängige Redakteure, wie bei mehrblog, müssen auf Phrasen wie “berichtete in seinem Blog” ausweichen – da nunmal die Originalquelle nicht mehr angegeben werden kann (vom Netz gegangenes Blog).
Für den Ottonormalleser aber, der auf “glaubwürdigere” Nachrichtenquellen zurückgreift und nicht gewillt ist, selbst ein wenig zu recherchieren, entsteht dadurch ein verzerrtes Bild. Denn die “glaubwürdigen” Quellen sind zwei wichtigen Aspekten unterworfen: 1. wissen sie oft selbst nicht besser Bescheid (schlechte Recherche) und / oder 2. muss ohnehin für die Leser der Sachverhalt möglichst allgemein in einfacher Weise widergegeben werden. Das verschluckt eine Menge an wichtigen Zusatzinformationen, von denen der Leser zwar nichts weiß, sich aber dennoch seine Meinung dazu bilden will und soll.
Verschwörungstheorien sind die Folge, der Täter wird als Opfer der “Großen” stilisiert.

Kommentar von svztalker
am 6. November 2009

Auch wenn man die Geschichte mit verfolgt hat, sind einem immer noch Fragen offen:
Warum hat er sich umgebracht?
Wie lief das Gerspräch bei VZnet ab?
Warum wollte er umbedingt persönlich verhandeln?

Und da reicht es mir nicht, dass man den letzten Punkt mit einfacher Dummheit begründet.
Leider werden wir das wohl nie im Detail erfahren…

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