Wahlkampf: Interview mit Frank Schäffler (FDP)

In unserer Interviewreihe zum Wahlkampf 2009 antwortet heute der FDP Direktkandidat für den Wahlkreis Herford/Minden-Lübbecke II Frank Schäffler. Der Diplom Diplom-Betriebswirt zog 2005 über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag ein.

schaeffler0001Sie stehen über die FDP Landesliste in Nordrhein-Westfalen zur Wahl. Ist für Sie der auf ihre Person bezogene Wahlkampf daher für Sie weniger wichtig als für die Kandidaten, die über ihren Wahlkreis in den Bundestag einziehen möchten?

Neben der Kandidatur auf der Landesliste bin ich auch als Direktkandidat meiner Partei für den Wahlkreis Herford/Minden-Lübbecke II gewählt worden. Daher ist auch der personenbezogene Wahlkampf für mich von großer Bedeutung. Darüber hinaus sehe ich es als selbstverständlich an, mich auch als möglicherweise nicht direkt gewählter Abgeordneter für meinen Wahlkreis und die Region einzusetzen.

Sie sind seit fast 25 Jahren bei den Liberalen aktiv und haben schon viele Wahlkämpfe miterlebt – Wie empfinden sie die Veränderung im Wahlkampf durch das Internet? Ist der im Vergleich zu 2005 in diesem Jahr viel wichtigere Wahlkampf im Internet eine Belastung für Sie und andere Kandidaten?

Der Wahlkampf im Internet stellt für mich keine Belastung dar. Ganz im Gegenteil: Die neuen Medien zu nutzen, macht mir sehr viel Spaß. Beispielsweise twittere ich leidenschaftlich gerne und kann so meine Botschaften schneller unters Volk bringen und andersherum bin ich auch besser ansprechbar für meine Wähler.

In Kombination mit den traditionellen Wahlwerbemitteln kann dieser Wahlkampf wesentlich effektiver und bürgernäher werden.

Was halten Sie von den Politik-Profilen bei MeinVZ? Sind diese ein geeignetes Wahlkampfmittel?

Profile bei sozialen Netzwerken wie StudiVZ, Facebook und twitter geben mir die Möglichkeit, direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren. Vor allem junge Menschen nutzen diese Kommunikationswege, um mit mir in Kontakt zu treten.

Sie haben zur Zeit 85 Anhänger bei MeinVZ, was für die nicht prominenten Politiker zur Zeit über dem Durchschnitt liegt. Bewerben Sie ihre Onlineaktivitäten auch z.B. auf Veranstaltungen oder auf klassischen Wahlkampfmaterialien wie Flyern und Plakaten?

Auf Flyern und Plakaten weise ich selbstverständlich auf meine eigene Internetseite hin. Von dort aus führen Links zu meinen Profilen bzw. zu meinen Beiträgen für verschiedene Blogs.

Auch meine Teilnahme an verschiedenen Diskussionsrunden zu Politik und Web 2.0 (z.B. Twittersession des PolitCamp09) hat sicherlich die Bekanntheit meiner Profile erhöht.

Denken Sie, dass die Wahlzentrale und die Politiker-Profile bei MeinVZ und StudiVZ junge Menschen dazu bringen, am 27. September wählen zu gehen und sich mehr mit Politik zu beschäftigen?

Auf jeden Fall bieten diese Profile Menschen die Möglichkeit, mit mir direkt (ohne zwischengeschaltetes Büro) in Kontakt zu treten und zu diskutieren. Auch mir erlaubt die Kommunikationsform, mich mit meinen Anliegen direkt (ohne die klassischen Medien) an einzelne oder mehrere Bürger zu wenden. Ich glaube schon, dass Jugendlichen auf diesem Weg auch gezeigt werden kann, dass Politik sie persönlich betrifft und dass sie sich mit ihren Sorgen, ihrer Kritik und ihren Ideen an uns Politiker wenden können. Dies erhöht sicher auch das persönliche Interesse an Politik.

Wo finden wir Sie noch im Internet?

Sie finden mich auf meiner persönlichen Homepage und auf wahl.de sowie auf den Seiten von Twitter, Facebook, StudiVZ und MeinVZ.

Und eine kurze Frage mit kurzer Antwort zum Schluss: Warum sollen unsere Leser am 27. September FDP wählen?

Die Mittelschicht schrumpft, weil der Staat den Bürgern immer weniger Netto vom Brutto lässt. Während vor zehn Jahren etwa zwei Drittel der Bevölkerung der Mittelschicht angehörten, sind es heute nur noch etwas mehr als die Hälfte. Von 100 Euro Arbeitskosten kommen bei einem Durchschnittsverdiener lediglich 48 Euro an. Das ist das Ergebnis schlechter Politik. Nicht die Regierung hat zu entscheiden, welche Investitionen der Mittelstand tätigen soll oder welche Konsumentscheidungen die Bürger heute oder morgen treffen sollen. Deshalb ist die Alternative zu immer mehr Staatsausgaben, die Bürger zu entlasten. Das ist der Schlüssel für mehr Wachstum und Beschäftigung. Wer wieder Mut und Zuversicht schaffen will, muss den Menschen mehr finanzielle Freiräume lassen. Wirtschaftliche Vernunft statt immer mehr staatliche Umverteilung bringt Deutschland wieder nach vorn. Deshalb gilt: Mehr FDP. Mehr Netto.

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