In unserer Interviewreihe zum Wahlkampf 2009 macht heute Torsten Koplin den Anfang. Er begann seine Politische Kariere 1993 beim Stadtverband der PDS in Neubrandenburg. 1998 zog er in den Schweriner Landtag ein und war dort bis 2006 stellvertretender Vorsitzender der Linkspartei.PDS-Fraktion. Bei der Bundestagswahl 2009 tritt er als Direktkandidat im Wahlkreis 18 (Neubrandenburg, Mecklenburg-Strelitz und Uecker-Randow) für DIE LINKE an.
Sie sind schon seit fast 20 Jahren in der Politik aktiv, erst bei der PDS, jetzt bei der Linken. Seit 1998 sitzen Sie im Landtag von Meklenburg-Vorpommern. Jetzt Kandidieren Sie direkt in ihrem Wahlkreis in für den Bundestag. Ist der auf ihre Person bezogene Wahlkampf für Sie daher wichtiger als für ihre Kandidaten auf der Landesliste?
Nein, Bundestagswahlen sind nunmal sowohl als auch. Erst- und Zweitstimme sind gleichermaßen wichtig. Eine ist speziell für einen Vertreter der Region und natürlich auch personengebunden und eine eben für das “Gesamtpaket” der Partei. Eine unterschiedliche Gewichtung würde ich nicht vornehmen. Ich trete als Person UND Mitglied meiner Partei an, das werden die anderen Kandidaten ähnlich sehen.
Sie haben in ihrer politischen Laufbahn schon viele Wahlkämpfe miterlebt – Wie empfinden sie die Veränderung im Wahlkampf durch das Internet? Ist der, im Vergleich zu den vergangen Wahlen in diesem Jahr viel wichtigere, Wahlkampf im Internet eine Belastung für Sie und andere Kandidaten?
Es ist für mich eine ganz spannende und neue Erfahrung. Auch zu sehen, wie Kontrahenden sich im Internet bewegen oder ihre ersten Gehversuche wagen ist für mich interessant. Die Bedeutung kann ich natürlich noch nicht beurteilen. Der Kontakt ist ja virtuell und nicht direkt – so kann es eine Dunkelziffer an Lesern geben, die meine Webpräsenz wahrnehmen, es kann aber auch alles “größer” wirken als es vielleicht tatsächlich ist. Eine Belastung ist es für mich auf keinen Fall, ich habe jetzt schon viel gelernt und erfahren und bleibe neugierig.
Was halten Sie von den Politiker-Profilen bei MeinVZ? Sind diese ein geeignetes Wahlkampfmittel?
Schwer zu sagen. Die Frage ist, ob politische Inhalte geeignet transportiert werden können. Fakt ist, dass sie für viele Menschen demokratische Politik interessant und greifbarer machen. Auf alle Fälle ist das Internet ein geeigneter Raum für Diskussionen und aktive Teilhabe und Teilnahme – eine Art der Gemeinschaft die ich mir auch außerhalb der virtuellen Welt mehr wünschte.
Sie haben zur Zeit 13 Anhänger bei MeinVZ, was zur Zeit unter dem Durchschnitt liegt. Bewerben Sie ihre Onlineaktivitäten auch z.B. auf Veranstaltungen oder auf klassischen Wahlkampfmaterialien wie Flyern und Plakaten?
Nunja, ich bin noch nicht lange bei MeinVZ, da ich derartige Plattformen als Raum für junge Menschen oder Studierende wahrgenommen habe, in dem ich als einstiger Web-Alien und Politiker nichts zu suchen habe. Die Wahlzentrale und ihr Angebot ist jedoch sehr gut, um das Produkt Demokratie, das uns alle etwas angehen muss, an die junge Frau und den jungen Mann zu bringen. Auf meinen Flyern findet sich ein Link zu meiner Homepage und dort wiederum sind Verknüpfungen zu meinen Profilen in den verschiedenen sozialen Netzwerken. Die lokale Presse zeigte sich bisher auch interessiert an dem neuen Wahlkampfschauplatz Internet und berichtete über meine Twitter-Aktivitäten von denen ich im Gespräch erzählte.
Denken Sie, dass die Wahlzentrale und die Politiker Profile bei MeinVZ und StudiVZ junge Menschen dazu bringen, am 27. September wählen zu gehen und sich mehr mit Politik zu beschäftigen?
Ich hoffe es unbedingt!
Wo finden wir Sie noch im Internet?
Sie finden mich neben meiner Website und meinVZ auch bei Twitter, YouTube und Abgeordnetenwatch. Außerdem habe ich auch Profile bei Facebook und Flickr, die aber bisher noch etwas stiefmütterlich behandelt wurden.
Und eine kurze Frage mit kurzer Antwort zum Schluss: Warum sollen unsere Leser am 27. September Die Linke wählen?
Weil sie eine moderne Partei (geworden) ist, die als einzige (in ihrer Konsequenz) für Frieden und Gerechtigkeit steht und nicht nur davon spricht.
Vielen Dank für Ihr Interesse und die Möglichkeit, mich Ihren Fragen zu stellen.
In den nächsten Tagen erscheinen bei mehrblog.net Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten von Piraten (Mittwoch), Grünen (Freitag), SPD (Montag) und CDU (Mittwoch). Wir haben leider keinen FDP- und CSU-Kandidaten gefunden, der mit uns sprechen wollte. Die Reihenfolge der Veröffentlichung wurde gelost. (Nachtrag: Es gibt jetzt auch einen Beitrag eines FDP-Kandidaten)
Cooles Interview. Und FDP-Fail. Naja und in Bayern hamse wahrscheinlich noch kein Internet
Pingback: Rathaus NB
Interwiew wirkt ofen und ehrlich auf mich.
gut dass auch übers netz der kontakt zumwähler gesucht wird.
wünsche viel erfolg!
offen und ehrlich- natürlich-sorry
Mir gibt es hier in letzter Zeit viel zu viel Politik und viel zu wenig “Die neuste größte Gruppe ist…” Gossip. Wo ist den hier das Boulevard geblieben?
Aber trotzdem toll von euch, dass ihr euch mal an ernsthaftem Journalismus versucht!
Am 4. September erscheint bei mehrblog.net ein Ähnliches Interview mit Frank Schäffler von der FDP.
Piraten vor
Das ist ja mal wieder typisch für diese seltsam kommerziellen Weltverbesserer Blogs: Werbung für die Grünen zum Thema Überwachung, Kommentatoren die nach Piraten schreien und Interviews mit der SED.Nachfolgepartei.
Was ihr nicht sehen wollt: Nur die CDU hat die Kraft! Für Sicherheit und Freiheit!
Herr Koplin, ich wundere mich schon über Ihre Kandidatur. Erst erzählen Sie Ihren Wählern, dass Sie einen Hochschulabschluss als Staatswissenschaftler haben. Dann sind Sie plötzlich nur noch Schlosser und das Verfahren bei der Schweriner Staatsanwaltschaft wegen Verdachtes des falschen Führens von Titeln, wurde nur eingestellt, weil es verjährt war. Sind der Meinung, dass ein Mensch wie Sie, der Probleme mit seiner Berufsbezeichnung hat, uns Bürger im Deutschen Bundestag vertreten kann?
http://www.mvregio.de/show/157050.html
http://www.mvregio.de/nachrichten_mv/174636.html