Wahlkampf: Interview mit Eva Högl (SPD)

In unserer Interviewreihe zum Wahlkampf 2009 antwortet heute die SPD Direktkandidatin für den Wahlkreis 76 Berlin-Mitte Dr. Eva Högl. Sie ist seit über 20 Jahren Mitglied der SPD, war stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos, saß im Parteirat. Die promovierte Arbeits- und Sozialrechtlerin leitete von 2006 bis 2009 das Referats „Europäische Beschäftigungs- und Sozialpolitik; Europabeauftragte“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Im Januar 2009 zog sie als Nachrückerin in den Bundestag ein und will jetzt Berlin-Mitte für die SPD gewinnen. Im Onlinewahlkampf gehört sie zu den aktivsten Kandidatinnen und Kandidaten.

hoegl0001Sie sind im Januar als Nachrückerin in den Bundestag gekommen und wollen jetzt ihren Wahlkreis Berlin-Mitte direkt für die SPD gewinnen. Ist der auf ihre Person bezogene Wahlkampf für Sie daher wichtiger als für ihre Kandidatur auf der Landesliste?

Ja, der Wahlkampf im Wahlkreis ist wichtiger als meine Platzierung auf der Landesliste. Mein Ziel ist es, den Wahlkreis Berlin-Mitte wieder für die SPD zu gewinnen und die Bürgerinnen & Bürger, die in Berlin-Mitte leben, im Deutschen Bundestag kompetent und engagiert zu vertreten.

Sie sind seit über 20 Jahren in der SPD und bei den Jusos aktiv und haben schon viele Wahlkämpfe miterlebt – Wie empfinden sie die Veränderung im Wahlkampf durch das Internet? Ist der, im Vergleich zu den letzen Wahlen in diesem Jahr viel wichtigere, Wahlkampf im Internet eine Belastung für Sie und andere Kandidaten?

Das Internet verändert auch den Wahlkampf. Meiner Meinung nach ist das eine Bereicherung. Das Internet und die zahlreichen Online-Aktivitäten, die ich offensiv und sehr gerne nutze, eröffnen mir neue Möglichkeiten, mit den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis und darüber hinaus in Kontakt zu treten und mich auszutauschen. Das ist eine tolle Ergänzung der direkten Kommunikation. Der Online-Wahlkampf ersetzt allerdings nicht den traditionellen Wahlkampf, auch dieser ist und bleibt wichtig. Vor allem mit vielen älteren Menschen, die das Internet nicht oder nicht regelmäßig nutzen, komme ich nur in Kontakt, wenn ich sie mit einem Brief anschreibe, besuche oder zu Veranstaltungen einlade. Das persönliche Gespräch ist mir sehr wichtig. Der Online-Wahlkampf ist aber keinesfalls eine Belastung, sondern macht mir viel Spaß.

Was halten Sie von den Politikerprofilen bei MeinVZ? Sind diese ein geeignetes Wahlkampfmittel?

Die Politiker/-innen-Profile bei MeinVZ und auf anderen Plattformen sind eine gute Möglichkeit, für Bürgerinnen und Bürger, sich über die Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren, Fragen zu stellen und
Anregungen zu geben. Das finde ich sehr gut. Für mich als Kandidatin sind sie ein wichtiges Element meines Wahlkampfes, mit dem ich über meine Person, meine politischen Ziele und das Programm meiner Partei informiere. Das meistgenutze soziale Netzwerk meines Onlinewahlkampfes ist Facebook, da es noch mehr
Möglichkeiten bietet als MeinVZ. Die Profile sind daher auf jeden Fall ein geeignetes Wahlkampfmittel und werden sicher in den nächsten Wahlkämpfen eine noch größere Bedeutung bekommen. Und das ist gut so!

Sie haben zur Zeit 43 Anhänger bei MeinVZ, was zur Zeit im Durchschnitt liegt. Bewerben Sie ihre Onlineaktivitäten auch z.B. auf Veranstaltungen oder auf klassischen Wahlkampfmaterialien wie Flyern und Plakaten?

Ja, ich bewerbe meine Online-Aktivitäten offensiv in allen meinen Wahlkampfmaterialien und bei meinen Veranstaltungen. So habe ich zum Beispiel ein extra-Flugblatt drucken lassen, auf dem meine Adressen bei den sozialen Netzwerken im Internet stehen und ich darauf aufmerksam mache und darum bitte, mich dort zu “besuchen”. Darüber hinaus ist meine Homepage ein wichtiges Element meines Wahlkampfes, auf der ich u.a. über meine Positionen und meine Termine informiere.

Denken Sie, dass die Wahlzentrale und die Politiker Profile bei MeinVZ und StudiVZ junge Menschen dazu bringen, am 27. September wählen zu gehen und sich mehr mit Politik zu beschäftigen?

Ja, das denke und hoffe ich. Die Profile erleichtern den Austausch über politische Fragen und ermöglichen eine gute Information über Politik und Politiker/-innen. Ich hoffe sehr, dass sie Lust auf Politik machen und die Wahlbeteiligung erhöhen.

Wo finden wir Sie noch im Internet?

Neben meinen Internetseiten eva-hoegl.de und wir-fuer-eva-hoegl.de und meinem MeinVZ Profil bin ich auch bei Facebook, Flickr, YouTube und Twitter zu finden.

7. Und eine kurze Frage mit kurzer Antwort zum Schluss: Warum sollen unsere Leser am 27. September SPD wählen?

Soziale Gerechtigkeit gibt es nur mit der SPD. Die SPD steht für gute Arbeit und gerechte Löhne. Wir setzen uns ein für sozialen Fortschritt, für Frieden und Sicherheit in der Welt, für eine offene Bürgergesellschaft, für eine starke und umweltfreundliche Wirtschaft, für gute Bildungspolitik und für eine moderne Frauen- und Familienpolitik. Und die SPD hält fest am vereinbarten Atomausstieg. Ich selbst setze mich mit Herz für Berlin-Mitte ein. Viele gute Gründe, am 27. September mit beiden Stimmen SPD zu wählen!

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