Das waren die Worte von Chris Chabot, dem Google Developer Advocat zur gestrigen 1. GeekNight, veranstaltet von StudiVZ Ltd. in Berlin-Prenzlauer Berg. Wie bereits aus dem Zitat hervorgeht, ging es um OpenSocial. Jedoch in der bisher unbekannten Kombination mit den Formaten der StudiVZ Ltd. Erst Anfang des Jahres funkte man aus der Berliner Backfabrik, dass man sich als Social Network nun doch für das OpenSocial-Web öffnen will.
Gestern ging man noch einen Schritt weiter. Man präsentierte erste Bilder einer funktionierenden OpenSocial Umgebung, welche noch in diesem Jahr für alle verfügbar gemacht werden wird.
Open Social – Ein Beispiel
Durch OpenSocial ist es möglich netzwerkübergreifende Funktionalitäten anzubieten. Stell dir vor, du hast als Webdeveloper ein witziges Flash-Game programmiert und möchtest, dass es von vielen Personen gespielt wird. Da kommt dir die Idee, das Spiel für StudiVZ und zusätzlich für MySpace herauszubringen, um viele Nutzergruppen zu erreichen. Die Idee ist gut, doch sie stößt auf ein Hindernis. Denn hat man das Gagdet erst einmal für MySpace entwickelt, lässt es sich nur mir großem Aufwand in StudiVZ implementieren, da diese Plattform eine völlig andere API verwendet.
Entwickelt man dagegen für MySpace, nutzt man die so genannte OpenSocial-API, welche auch von Netzwerken wie Lokalisten, MySpace oder Netlog verstanden wird. Das Spiel lässt sich also auf allen derartigen OpenSocial-Plattformen spielen, ohne größere Codeänderungen vorzunehmen.
Das oben geschilderte Szenario scheint bald der Vergangenheit anzugehören, denn StudiVZ will nun ab sofort allen Entwicklern die Möglichkeit geben, OpenSocial-Anwendungen zu schreiben.
Warum gibt es OpenSocial für StudiVZ erst so spät?
Auf der GeekNight sprach Jodok Batlogg (CTO, StudiVZ Ltd.) davon, dass es besser laufen müsse als auf anderen Plattformen. Man lege besonderen Wert auf den Datenschutz, sodass man sich entschied keine Profilangaben des Nutzers in den OpenSocial-Anwendungen freizugeben. Das StudiVZ präsentierte daher seine ganz eigene Lösung, die aus einem V-Card-System besteht:
Alle OpenSocial Gadgets erhalten sämtliche Daten aus einer vorher vom User speziell angelegten Visitenkarte. Möchte man ein OpenSocial-Gadget mittels Button „Will ich haben“ zum eigenen Profil hinzufügen, wird man aufgefordert die gewünschte V-Card zu wählen. Das bedeutet also, dass man verschiedene genaue/nicht genaue Personenprofile erstellen kann. Beispielsweise enthält die eine V-Card das Geburtsdatum, die andere dagegen die Information über das Geschlecht der Person. Doch müssen die Daten hierbei nicht mit denen aus dem normalen StudiVZ-Profil übereinstimmen. So lässt sich selbst der eigene Name mit dieser Methode für OpenSocial Gadgets verschleiern. StudiVZ vertraue darauf, dass der User richtige Daten eingebe. Man ist sich aber auch im Klaren, dass dies sicher nicht alle tun werden.
Wie sichert sich StudiVZ gegen Missbrauch?
Für OpenSocial-Anwendungen für das StudiVZ wird es ein Moderationsprozess (Approval Process) geben, der alle Applikationen ausschließt, die gegen die Bedingungen verstoßen. In diesen wird unter anderem festgelegt, dass mit den Gadgets keine Werbung gemacht werden darf bzw. dies nur unter Absprache mit der Marketingabteilung möglich ist. Generell wird jede Anwendung nach dem Upload als zip-Archiv durch die Qualitätssicherung gesichtet, geprüft und im Idealfall freigegeben.
Einige Monate nach dem Release wird ein Payment-System eingeführt, was den Entwicklerkreis für Anwendungen noch weiter einschränkt. (Update: Payment-System bedeutet nicht, dass Entwickler für ihre Gadgets bezahlen müssen sondern, dass diese Kostenpflichtige Gadgets oder Inhalten anbieten können. Siehe auch Kommentare)
Wann und wie geht OpenSocial für StudiVZ an den Start?
„It’s ready, when it’s ready“, so die VZ’ler. Doch wird es auf jeden Fall Ende des Jahres so weit sein und zunächst für die Formate Studi- und MeinVZ verfügbar sein.
Einige Neuerungen bringt man aus dem Hause VZ in das Social Web gleich mit. So wird es eine überarbeitete Profilseite geben, die es ermöglich sein Profil wie ein Blatt Papier umzudrehen. Die Profil-Rückseite dient letztendlich dazu, viele Gadgets in einer Gallery abzulegen und in einem Inventory zu kategorisieren bzw. zu bewerten. Je nach Bedarf kann dabei das Gadget auf die Vorderseite geschaltet werden.
Zusätzlich hat man auf der Rückseite Platz für weitere Inhalte, wie z.B Linklisten, vorgesehen.
Gestartet wird mit ausgewählten StudiVZ-Partnern. Das heißt im VZ-Jargon, dass alle Entwickler jetzt dazu aufgerufen sind, Ideen für OpenSocial Anwendungen für das StudiVZ zu suchen und gleichzeitig das Know-How und Interesse haben, diese umzusetzen. Mehr Informationen diesbezüglich gibt das StudiVZ in Form einer Gruppe und eines Wikis bald heraus.
Oliver Mesieh exklusiv für mehrblog.net
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“Einige Monate nach dem Release wird ein Payment-System eingeführt, was den Entwicklerkreis für Anwendungen noch weiter einschränkt.”
Das ist so nicht korrekt. Mit Payment System meinen wir die Unterstützung der OpenSocial Virtual Currency API Extension https://docs.google.com/Doc?id=dfjcf7w4_10ddst9xd9&hl=en , die vermutlich auch Teil der OpenSocial 1.0 Spec werden wird.
Diese steht dann optional für die Gadget Entwickler zur Verfügung.
Netter Artikel, sehr informativ für die, die nicht bei der Geeknight waren…
Gut, dass das so nicht korrekt ist. Ich dachte schon ich bräuchte jetzt bezahlen um was entwickeln zu dürfen.
Sonst hört sich alles super an. Nur: Nehmt euch beim Approval Process bitte kein Vorbild bei Apple und ihrem App Store
Ach so, danke für den Hinweis. Aber Payment-System ist schon etwas doppeldeutig gewesen. Hatte da bereits einige Bier intus
Der Artikel müsste nochmal aktualisiert werden, denn so, wie es dort steht, ist es doch seeehr irreführend. Ich bin extra nochmal hierhin gesurft, um meinen Unmut über die Einschränkung des Entwicklerkreises zu äußern, und gleichzeitig die VZler dafür auszulachen, dass sie meinen, mit ihrem Facebook-Klon etwas erreichen zu können. Naja, wenn dem wenigstens nicht so ist, dann geht das ja noch klar.
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