SchülerVZ hält sich nicht an die eigenen Werberegeln

Für Werbung und werbliche Inhalten im SchülerVZ gibt es Regeln, die dazu dienen, dass nur für Minderjährige geeignete Werbung bei SchülerVZ angezeigt wird. Diese Regeln werden immer wieder in Informationen für Eltern und Lehrer oder auch in Pressemitteilungen aufgeführt, um den Jugendschutz von SchülerVZ zu belegen. Diese Regeln lauten:

Werbekodex
Die minderjährige Zielgruppe von schülerVZ bedarf eines besonderen Schutzes vor unlauterer, entwicklungsbeeinträchtigender und moralisch bedenklicher Werbung. Daher ist ein fundierter Werbekodex von den Werbepartnern zu beachten, der die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendmedienschutz auf die im schülerVZ angebotenen Werbeformen anwendet.

Produkte und Inhalte, für die auf schülerVZ keinesfalls geworben werden darf, sind:

  • Zigaretten/Alkohol/Rauschmittel
  • Druckluftwaffen/Verteidigungsmittel
  • Filme, Serien, DVDs und PC-Spiele mit einer FSK oder USK über 12 Jahre
  • Wetten/Gewinnspiele, die zur Generierung von Konsumenten-Daten dienen
  • Graffitisprays und- Utensilien
  • politisch extremistische, religiöse und weltanschauliche Gesinnungen und Vereinigungen
  • sonstige Dienstleistungen und Produkte mit jugendgefährdenden Inhalten

Doch an einen der Punkte hält sich SchülerVZ jetzt nicht. Die evangelische Kirche (ganz unumstritten als religiöse Vereinigung zubezeichen. Ob sie auch noch moralisch bedenklich ist, liegt wohl im Auge des Betrachters) wirbt jetzt kostenlos mit einem Edelprofil im SchülerVZ für sich. Das beweist mal wieder: Zusagen wie der SchülerVZ-Werbekodex sind nichtmal die Festplatten wert, auf denen sie gespeichert sind.

Die Regeln lassen sich übrigens in einer Präsentation für Eltern und Lehrer auf der SchülerVZ-Seite nachlesen.

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0 thoughts on “SchülerVZ hält sich nicht an die eigenen Werberegeln

  1. Ja, weil die evangelische Kirche so ein zweifelhafter Verein ist treibt der Staat ja auch ihre Mitgliedsbeiträge ein. – Das machen wir ja auch sonst bei jeder Sekte.

  2. Also ich finde es OK, das die Kirche ein Edelprofil hat. Ein bischen bedenklich finde ich den Teil mit dem Mitglied in der Kirche werden … aber ansonsten finde ich den auftritt gut.

    Ich könnte mir auch ein Edelprofil von einem islamistischen Verband vorstellen…

    Aber wenn das Profil gegen den Codex stößt… Dann würde ich es auch löschen…

  3. Es geht hier ja nicht um die zweifelhaftigkeit der Evangelischen Kirche sonder, dass SchülerVZ Eltern, die theoretisch die Nutzung von SchülerVZ durch ihre Kinder erlauben müssen, verspricht, dass nicht für “religiöse und weltanschauliche Gesinnungen und Vereinigungen” geworben wird. aber genau das ist hier ja der Fall!

  4. Pingback: ROXXO | Glaubensgemeinschaften fischen im SchülerVZ | Edelgruppe, Jugendschutz, Kirchen, MeinVZ, SchülerVZ, StudiVZ, zeugen jehovas

  5. Die EKD ist keine „religiöse und weltanschauliche Gesinnungen und Vereinigungen“ sondern eine anerkannte Kirche. Diese Regel im Werbekodex soll CO$ und Co. aussperren (:

  6. Pingback: Vorfahrt für die Kirchen auch im Social Web? | mehrblog.net

  7. Die Kirche darf ja auf der Straße ganz normal Werbung machen. Ich kann nicht den geringsten Grund erkennen, warum Kirche nicht auch im Social Web in erscheinung treten sollte. Die wieauchimmersiejetztheissenVZ’s sind ja kein Club von Atheisten sondern eine Plattform die versucht, dem Leben / der Gesellschaft eine Plattform zu geben. Ist Martin der einzige der gegenredet?^^

  8. Ich finde es ist eine Unverschämtheit von SchülerVZ, mir als Mutter das versprechen zu geben, dass nicht für religiöse Inhalte geworben wird und dann trotzdem die Evangelische Kirche dazu einlädt. Natürlich könnte es schlimmer sein, aber erst kommen die Evangelische und Katholische Kirche und als nächstes alle anderen anerkannten Religionsgemeinschaften – Da sind auch Mormonen und Pflingstkirchen dabei, die hass auf Homosexuelle predigen und alleinerzeihende Mütter wie mich als Sünderinnen bezeichnen.

    Das es sowas bei StudiVZ gibt, stört mich nicht, erwachsene Menschen können mit sowas umgehen (sollte man meinen) aber wenn das bei 14 Jährigen Schülern verbreitet wird, finde ich das nicht in Ordnung.

    Wenn das Profil nicht bald wieder verschwindet, werde ich die Profile meiner Kinder löschen lassen!

  9. Bei dem anderen Artikel steht, dass alle anerkannten Religionsgemeinschaften solche Profile erhalten können. Das sind auch diverse Freikirchen, Neuapostolen, Russisch-Orthodoxe, Adventisten, Jehovas Zeugen, Jüdische Gemeinden und einiges mehr. Also zumindest die Neuapostolen, Adventisten und Zeugen Jehovas würde ich jüngeren menschen nicht zumuten wollen. Aber StudiVZ will das ja und hat sie alle dazu eingeladen.

    Es bleibt zu hoffen, dass die Einladung nur für StudiVZ und MeinVZ gilt und SchülerVZ nur Evangelische und Katholische Kirche vertretten sein werden – wenn überhaupt.

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