Von Lukas am 1. Mai 2009 um 16:55

Die deutsche Piratenpartei fühlt sich und andere kleine Parteien im Onlinewahlkampf durch StudiVZ diskriminiert. Wichtigster Kritikpunkt ist, dass nur die im Bundestag vertretenen Parteien ein Edenprofil erhalten haben.

Im Gegensatz zu Radio und Fernsehen sind Internetseiten nicht verpflichtet allen Parteien angemessene Werbezeiten einzuräumen, was zur Folge hat, dass keine Partei einen Anspruch auf eine Edelprofil hat. 

In einer von der Piratenpartei herausgegebenen Pressemitteilung sagte Andreas Popp, Spitzenkandidat der Piratenpartei Deutschland für die Europawahl:

Das muss man sich mal vorstellen: Die Piratenpartei muss sich in einer Web 2.0 Community mit einem ‘Billigplatz’ zufrieden geben und wird dann auch noch prompt wieder rausgeschmissen. Das wäre ja genauso als würde man der CSU die Bierzelte verwehren. Es ist sowieso eine Schweinerei, dass die kleinen Parteien bei den Möglichkeiten in StudiVZ zu werben diskriminiert werden. Demokratie sieht jedenfalls anders aus.

Das StudiVZ bisher nur den im Bundestag vertretenen Parteien ein Profil zugesteht ist allerdings aufgrund der Vielzahl an kleinen Parteien (über 130, davon traten bei der letzten Bundestagswahl 25 an) verständlich, da Edelprofile nicht automatisiert erstellt werden und von StudiVZ Mitarbeitern vorbereitet werden. Außerdem hat StudiVZ auf ihren Plattformen sozusagen Hausrecht und darf selbst entscheiden, wer ein Profil haben darf und wer nicht.

StudiVZ erlaubt in den AGB zur Zeit nur natürlichen Personen ein Profil und verbietet jede Art von Werbung, wenn diese nicht ausdrücklich erlaubt wurde.

Allerdings scheint StudiVZ bei Parteiprofilen als normale Nutzer mit zweierlei Maß zu messen den Ortsverbände von JuSos und  Junger Union haben zum Teil seit Jahren ganz normale Profile bei StudiVZ um für sich zu werben.

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Kommentare
Kommentar von aloa5
am 1. Mai 2009

Jeder hat ein Hausrecht und kann es auch für eine Selektion nutzen. Wer jedoch damit wirbt das andere werben – was StudiVZ mit den Partei-Profilen macht – der wird es sich gefallen lassen müssen, dann auch dafür kritisiert zu werden.

Wir haben immerhin EU-Wahlkampf und 31 Parteien auf einem Wahlzettel. Man wird nicht erklären können das das erstellen von ein paar Profilen (nach und nach) zu viel Aufwand ist. Das ist deren *Aufgabe* – wie gesagt, es wird (wurde) ja damit geworben. Das ist also mithin unprofessionell. Und das auch noch bei normalen Profilen die einen dürfen und die anderen nicht kann man noch weniger vermitteln.

Das politische Alltagsgeschäft Marke: “wie stelle ich mich möglichst ungeschickt an” hat wohl hier von den Edelprofil-Inhabern auf die StudiVZ-Inhaber abgefärbt. Noch ein Grund das zu ändern, oder?

Grüße
ALOA

Kommentar von Don
am 1. Mai 2009

Daß Piratenpartei als PROFIL gelöscht wurde, ist ja dann irgendwie logisch, es handelt sich ja nunmal nicht um eine natürliche Person.
Wenn dagegen die GRUPPE “Piratenpartei” gelöscht worden wäre, das wär in meinen Augen dann wirklich ein Schlag gegen Demokratie und Pluralismus in Deutschland gewesen.

Ich habe gerade nochmal nachgesehen, es gibt sie noch :-):

http://www.studivz.net/Groups/Overview/9f8708cf261b66a1
http://www.meinvz.net/Groups/Overview/9f8708cf261b66a1

Kommentar von aloa5
am 2. Mai 2009

Es ist nur dann “logisch”, wenn andere Parteien auch keine Profile anlegen dürften. Das dürfen aber – wie im obigen, wohlwollend geschriebenen Artikel richtig dargestellt – andere Parteien sehr wohl Profile unterhalten. Und das nicht nur die CDU, SPD usw. sondern auch die JuSo´s und andere.

Damit ist offensichtlich, das wissentlich und partiell selektiert wird — und nicht etwa “aus versehen” oder gar aus Neutralitätsgründen — oder weil es mit Arbeitsaufwand verbunden wäre (wie im Artikel suggeriert).

Kurz: StudiVZ *kann* offensichtlich (bei den JuSo´s geht es ja). Also hängt es am *wollen* – und nicht an den AGB. Das ist eine reine Schutzbehauptung. Regeln welche selbst nach Gutdünken gebrochen werden können dienen Willkür-Handlungen und schädigen die Glaubwürdigkeit. Und exakt das hat hier StudiVZ durch unüberlegtes Handeln oder mit Absicht selbst zu verantworten. Die Kritik ist berechtigt.

Grüße
ALOA

Kommentar von Funatiker
am 2. Mai 2009

Ist es denn so schwer 20 Edelprofile für die kandidierenden Parteien anzulegen? Bzw. wenigstens diejenigen Parteien, die das möchten?!

Kommentar von Michael P.
am 2. Mai 2009

Don zustimm
Sagt mal zahlen die Partein eigentlich Geld, also größere Summen??
Ich denke jede Partei die kandidiert hat ein Profil verdient ( solang sie nicht gegen die VZ AGB´s verstoßen, bzw aus dem Rahmen fallen)

Kommentar von Marvin
am 3. Mai 2009

Es wird Eher darum gehen das man nicht Plattform für “grenzparteien” sein möchte.
Und da nunmal jede Partei gerne ne Gruppe Gründen kann sehe ich da kein Problem drin. Schließlich haben die Kleinen Parteien seit Jahren so wenig Anhänger, das sie es nicht in den Bundestag schaffen. Also warum nicht nur diesen großen die Plattform geben? Ich finde es gut.

Kommentar von aloa5
am 3. Mai 2009

Ich denke auch, das sich StudiVZ als “seriös” präsentieren will. Imagepflege sozusagen.

Das muss einem aber nicht gefallen — und StudiVZ muss sich auch die Kritik gefallen lassen. Denn gerade dann ist sie auch gerechtfertigt. Wer groß “Deine Stimme zählt” in einer Pressemitteilung ankündigt muss sich den Schuh eben anziehen wenn damit eben damit gemeint war, das die Stimme zählt so lange man eine der großen Parteien wählt. Das ist schlicht Selektion. Das kann man wie gesagt machen. Den Gegenwind in Form von berechtigter Kritik und Vorwürfe undemokratisch vorzugehen muss man dann eben auch hinnehmen können.

Grüße
ALOA

Kommentar von Martin
am 3. Mai 2009

Was will die PiratenPartei eingentlich bei StudiVZ? Damit fördern die ja genau das, wogegen sie angeblich sind.

Und es hätte den Piraten vorher klar sein sollen, dass ihr Profil gelöscht wird, schließlich dürfen nur natürliche Personen ein Profil anlegen – Und die Piratenpartei kann bestimmt gerne zum Werbevermarkter von StudiVZ gehen, ein paar tausend Euro auf den Tisch legen und bekommt ein Edelprofil.

Kommentar von aloa5
am 3. Mai 2009

Was will man denn bei StudiVZ: werben und aufklären natürlich. Es macht keinen Sinn im Kloster für Kondome zu werben. Grundsätzlich ist es aber egal was man dort will.

Und es ist eben nicht so, das nur natürliche Personen ein Profil anlegen können. Es steht oben schon im Text – sogar Ortsverbände der JuSo´s und JU haben Profile.

Durchaus möglich, das StudiVZ dafür von den Parteien Geld (“ein paar tausend Euro”) erhalten hat. Man dürfte das jedoch ebenfalls nicht ganz so toll finden. Regeln von welchen man sich freikaufen kann sind auch nicht gerade moralisch das gelbe vom Ei.

Aber wie gesagt sind es wohl imho nur zwei Gründe welche in Frage kommen:
A) jemand bei StudiVZ findet eine der großen Parteien gut
B) man will nicht mit kleinen Parteien ein Schmuddel-Image bekommen sondern Seriosität gewinnen indem man nur “die großen” mitspielen lässt.

Nichts von den Optionen ist etwas wofür man sich auf die Schulter klopfen müsste.

Grüße
ALOA

Kommentar von fenrizz
am 4. Mai 2009

an anderer Stelle wurde ja bereits erwähnt, dass studiVZ mit den Profilen kein Geld verdient. Klar, man will in erster Linie Aktivität auf der Plattform erzeugen. Dadurch verdient man indirekt mithilfe der Parteiprofile Geld, nicht aber direkt.

Desweiteren wurde die Auswahl damit begründet, dass nur im Bundestag vertretene Parteien Profile erhalten. Warum sollte auch jede politische Splittergruppe sich im Netz breit machen dürfen und eventuell sogar verfassungsfeindliche Ideologie verbreiten? Dann dürfte auch die NPD, die DVU und die anderen Konsorten sich dort aktiv zeigen – wer aber will das?
Ein nicht unwesentlicher Teil der Kleinstparteien steht unter Beobachtung des Verfasungsschutz – man sollte sich fragen warum – und kann sich dann auch ganz leicht erklären, warum solche Gruppen im studiVZ nichts zu suchen haben.

Kommentar von Don
am 7. Mai 2009

Tja, ich hatte mal testweise das Profil der Jusos Eimsbüttel gemeldet
(bisheriger Link: http://www.studivz.net/Profile/2b90c1f10836e3e6)

und siehe da, das Profil wurde gelöscht.

studiVZ mißt also nicht mit zweierlei Maß!

Kommentar von aloa5
am 7. Mai 2009

Und schon hat StudiVZ die Maske fallen lassen.

@fenrizz – Ihre Argumentation ist falsch. Die PP wird nicht beobachtet. Die LINKE als Beispiel jedoch durchaus. Womit deutlich wird, das es hier nicht um irgend etwas in dieser Art geht.

Man will nicht und hat als Grund nichts vorzuweisen. Also steckt etwas anderes dahinter. Das ist Parteipolitik und somit nehme ich an das der maßgebliche Entscheider eine andere Partei befürwortet (Linke, Grüne, FDP) und die PP als potentiellen Konkurrenten nicht aufwerten will. (Das jemand dafür gezahlt hat will ich jetzt einmal ausschließen.)

Grüße
ALOA

Kommentar von fenrizz
am 11. Mai 2009

@ALOA
bevor hier unsachliche Kritik geäußert wird, sollten zitierte Beiträge gründlich gelesen werden. Mit keiner Silbe habe ich geäußert, dass die PP unter Beobachtung stände – ich bezog mich auf “Ein nicht unwesentlicher Teil der Kleinstparteien”.

Damit wollte ich lediglich darauf hinweisen, dass auch jene Parteien, die von uns hier hoffentlich wirklich keiner im Parlament sehen will, Anspruch auf ein Profil erheben könnten.

Desweiteren hätte ich gern stichhaltige Argumente für die These “Das ist Parteipolitik und somit nehme ich an das der maßgebliche Entscheider eine andere Partei befürwortet”. Dies ist Polemik. Aber anders kennt man ja die PP auch nicht. Mein Beileid zu dieser inhaltlichen Niederlage!

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